Suburban Entity: Neubausiedlung – Identität und Medien

Suburban Entity: Neubausiedlung – Identität und Medien

01 Titel SUBURBAN ENTITY
Suburban Entity, was soviel heißt wie “Vorstadt-Dasein”, oder “suburbane Wesenheit” bezeichnet ein künstlerisches Unternehmen für Nachforschungen zu den Neubausiedlungen unter soziokulturellen Aspekten und die gedanklichen Interpretationen, die ich seit längerem gemacht habe. Zur Zeit werden Ausschnitte davon in Form einer Wanderausstellung in temporäre Inszenierungen wie hier im Kirchenchor von St.Petri Lübeck vorgestellt.

Das Projekt dient dazu, gewisse Betrachtungen anzustellen, die geläufigen Sichtweisen der gebauten Welt aus der Architekturkritik mit einer Kultursoziologie zu verbinden, indem es im Zusammenhang der Kunst als Partizipationsprojekt entworfen wird.

02 SCHEMA SE buhlt > live > < Patriziate Darin sind Rekognisziergänge in suburbane Landschaften, in Neubausiedlungen in den Vereinigten Staaten, in der Schweiz unternommen worden. Und zwar in jene Gegenden unserer gebauten Welt, die höchstens von Immobilienmaklern, vielleicht noch von Architekten zu Untersuchungszwecken betrachtet werden. Es sind Untersuchungen, welche von Vornherein als eine gesellschaftliche Tatsache angenommen wurden, worüber bereits viel geschrieben wurde, jedoch meistens eher unter Gesichtspunkten in der Öffentlichkeit der baulichen Entwicklung und weniger aus der Sicht der Medienkritik und Soziologie. 03 real estate housings Nachforschungen: Suburban Entity geht es um das Herausfinden der Besonderheit in einer absoluten Normalität, es geht um die Darstellung und Beschreibung jener topographischen Lebensumstände, die einem Wunsch eines vollkommenen Glücks gleichkommen und des gewollten Rückzugs. Vilem Flusser bemerkt in einem Abschnitt zu Stadtentwerfen folgendes: Zitat (Subjekt zu Projekt, S.47): "Die Stadt ist ein Werkzeug, das einigen erlaubt, philosophisch zu leben und daher den Weg für alle Stadtbewohner in den Himmel (die verlorene Heimat) zu öffnen. Gegen eine solche Anthropologie ist, wie immer sie formuliert sei, einiges einzuwenden. Vor allem dieses: Im Dorf gibt es keine Natur, sondern alles ist dort Kultur, und daher ist der Mensch dort kein widernatürliches Wesen, und es ist unnötig, Städte zu bauen. Im Dorf ist alles - die Gräser und die darauf grasenden Wiederkäuer, aber auch die Bäume, Steine, Quellen und Sterne - in ebenbürtigem Wechselgespräch mit den Menschen. Schneidet man Gras, dann muss man sich dafür bei ihm entschuldigen (ihm opfern), und die Geister der Quellen sind verstorbene Menschen. Die beiden Seiten der Dorfstrasse entsprechen zwei Tierarten (Totems), und die Tierwelt ist nach der gleichen Ordnung wie in jener des Dorfs geregelt. Das Dorf schließt die ganze Welt ein. Im Russischen heißt "mir" noch immer Dorf wie Welt -, und dies einsehen heißt kultiviert leben. ..." 04 about soaps / about album at website Einige Materialien und Ausschnitte liegen zur allgemeinen Einsicht auf der Website. Suburban Entity wurde als Plattform geschaffen, um den Tatsachen nachzugehen, wenn wir vom täglichen Mediengebrauch sprechen. Welche Fakten sind damit geschaffen, welchen Einflüssen sind wir ausgesetzt, Ja welche Beeinflussung erleben wir, dies erstmal wertfrei und ohne jegliche Verdammung oder falsche untaugliche Moralisierung. 05 Suburbane Entity Website / Media Influence Sitcoms+soaps Folgende Bereiche wurden eingerichtet: Zur Geschichte der suburbanen Verbreitung und Entwicklung, von der frühen Vision als moderne Utopie bis zu den historischen Verweisen aktueller Tendenzen seit den neunziger Jahren. Dazu sind Zitate und kleine Nachforschungen zur suburbanen Bauentwicklung zusammengetragen Weiterhin: Betrachtungen zu den Medien, vor allem zu inszenierten Sitcoms und SoapOperas und dem, was als Glaubhaftes produziert wird. Zu den Siedlungen: 06 Dan Graham housing fotos Es gibt eine Arbeit von Dan Graham aus dem Jahre 1965, publiziert 1967 in Arts Magazine, wo er die Tendenz des Siedlungsbaus und vor allem jene der Reihenhaussiedlung kategorisiert. Es gibt die Foto-Arbeiten von Fischli/Weiss zu Agglomerationen aus den 80ern. 07 Broadacre City F.L.W ...Und es gibt natürlich die Visionen zu der Stadt der Zukunft, der Moderne, zur Stadt im Grünen zur Gartenstadt. Darüber sind einige Verweise auf der Website und sie geben Einblick über die allgemein verfügbaren Materialien, welche uns aus geschichtlichen visuellen und auch ästhetischen Gründen beschäftigen. z.B. Broadacre City von Frank Lloyd Wright zum Beispiel ... oder Garden City von Howard(?) 08 Levittown airshot und schließlich die Levittown als die erste Stadt O9 Film storch Wie sieht denn die Utopie aus. Was bleibt uns, gesellschaftlich gesehen, nach dem erreichten an Projektion für die Zukunft? Das Leben in der Peripherie feiert seine Unabhängigkeit! Verknüpft und angebunden in ganz anderer Art zelebriert es seine Reserviertheit! Die Frau des Sennen in der Schweiz mit ihrem Vierradantrieb und einer 40 Minuten Fahrzeit zum städtischen Zentrum zelebriert unter Umständen das interessantere Stadtleben als alle jene die sich für teures Geld in den Städten kleine kümmerliche Wohnungen leisten. Die westlichen Städte sind bankrott auf Grund der selbst verursachten Flexibilität und transitorischen Lebensart. In gewissen Vorstädten in Amerika, den wohlhabenden, wo sich die sogenannten MacMansions auf riesigen Grundstücken verlieren, finden wir hauptsächlich Beauty Shops und Shopping malls, weil sich die beschäftigten Herren und Damen ab sechs Uhr morgens auf den Highways drücken um dann erst nach dem Stau nachts um 10 wieder zurücksein, Oder weiter, viele potentielle Geschäftsmöglichkeiten werden direkt über die medialen Kanäle abgewickelt, sodass aus diesen Gründen eine ortlose kommunikative Lebensart aus den Vorstädten heraus entsteht, die keine örtlichen Zentren mehr braucht, es sei denn die herangewachsenen, zum Beispiel um eine alte Farm herum, welche touristisch hochgemotzt wird, und so etwas wie einen Ortscharakter auf Schokoladentäfelchen abgibt. 10 Hamlet Gated City Long Island In dieser gesamten Entwicklung seit Beginn der neunziger Jahre, die den meisten bekannt ist, kam noch einmal eine utopische Idee zu einer gesamtheitlichen Gestaltung dazu: 12 Disney EPCOT Niemand anders als Walt Disney hat das Bewusstsein der Kultur und Unterhaltungsindustrie flächendeckender geprägt, und niemand anderes als er hat zu seinem Lebensabschluss, bevor er sich dann für bessere Zeiten einfrieren ließ, in naiver Weise an einem gesellschaftlichen Gesamtentwurf gearbeitet, welcher in kommerzieller, postmoderner Hinsicht sämtliche Ideen und Utopien des zwanzigsten Jahrhunderts benutzt, ohne eigentlich selbst etwas neues zu kreieren, aber doch eine neue Welt schaffen soll. New Urbanism, als Bewegung, wie wir sie unterdessen kennen, hat sich daraus entwickelt, Ein Griff in die Kiste des new conservatism mit gleichzeitiger Reduzierung der Idee der Moderne auf die pure technologische Perfektion, entsteht schon in den 80er Jahren. Walt Disney plante also nicht nur einen großen Vergnügungspark, sondern versuchte gleichzeitig, für alle jene Behausungen und Siedlungsgebiete zu schaffen, die in den Parks arbeiten. Damit knüpfte er direkt an die Entwicklung der von den Unternehmern initiierten Arbeitersiedlungen aus dem 19.Jh an. Nur mit dem Unterschied, dass die Kassierer und Kassiererinnen, die Mechaniker und Clowns, die Micky Mouses und Manager aus ihrer tagtäglichen Beschäftigung innerhalb einer nicht so ganz wirklichen Wirklichkeit in eine weitere nicht so ganz wirkliche Behausungswelt hätten steigen dürfen. Und des weiteren benutzte er die bereits vorhandenen Utopien, wie zum Beispiel die frühen Buckminster Fullerentwürfe der gegliederten Dächer, um selbst diese neue Siedlung unter eine Haube zu stellen, unterirdisch sozusagen, aber auch mit harmonischen Atmosphären Regelungen und so weiter. Diese Idee schließlich wurde bald einmal fallen gelassen, jedoch haben wir sie im Kino dann bewundern können, nämlich im Film the Trumanshow 1992/93. Walt Disney ist gestorben, oder besser hat sich einfrieren lassen, bevor es eine Möglichkeit gab, EPCOT im gesamten zu realisieren. Anschließend teilten sich die Meinungen zwischen jenen die seinen Orginalentwurf eins zu eins umsetzen wollten und jenen die keine Möglichkeit darin sahen. Erstaunlicherweise ist aber doch etwas daraus geboren, nämlich Celebration, jene Stadt welche nun in Orlando County geplant und aufgebaut wurde, jene Stadt, welche die Räume darum ziert und zu deren ideeller Verbreitung namhafte Architekten der Postmoderne wie Also Rossi, Hausentwürfe lieferten. 12 Celebration /French Quartier Switzerland Celebration ist also die Geburtsstätte unsere heutigen Siedlungstendenzen, ist also unsere heutige Wirklichkeit des perfekten durchstrukturierten harmonischen Vorstadtlebens, mit aller aus dem Katalog abrufbaren Stilvielfalt, mit klaren Regelungen und - im Markt der neunziger Jahre sich flächenmässigen Landbesitznahme des wohlständigeren Mittelstandes. Celebration wird überall imitiert, und weiterentwickelt. Celebration, deren Ursprung auf einen Medienmogul zurückgeht, der sich wie kein anderer in den Entwicklungen der Kultur- und Medien-Industrien auskannte und sie zu benutzen wusste, vermochte es also, nicht nur über Massenmedien und Bildschirme in unsere Häuser reinzufallen, sondern die Häuser selbst zu schaffen, ja eigentlich das Leben zu bestimmen. In dieser medialen Entwicklung, der Mischform von Kommunikation, Ideenfindung, Scheinwelt und Euphorie findet ein entscheidender Wechsel zur realen, kulturellen Erinnerungswelt statt. Was von nun an Versatz, Ersatz, Trompe-l'oil ist, bleibt nicht mehr klar zu bestimmen, und dies ist wahrscheinlich die frappante Erkenntnis der letzten Jahre: Es scheint auch niemanden wirklich zu interessieren. Die Frage nach Authentizität muss anders, und verzwickter beantwortet werden. Unterhaltungsindustrie, Kommunikationsindustrie und Medientechnologie werden zum Atmosphäre kreierenden Muss erklärt, welche wiederum die Welten füttern und als Präsenz vorhanden sein sollen. Und dies ebenfalls aus ökonomischen Abhängigkeiten. Anhand von diesem kleinen verbalen Ausflug und Kommentar zu Walt Disney, versuchte ich etwas auf die Stilmässigen, raumplanerischen Ausmaße der heutigen Siedlungsentwicklung aufmerksam zu machen. Einen ideellen Hintergrund wollte ich hier erwähnen, der selten als Thema der gesamten westlichen Baugeschichte ist. Allzusehr stehen die lokalen, raumplanerischen Klüngel mit den konkreten Problemen der "Landeroberung" und Nutzung im Vordergrunde. Dass darin gleichzeitig ein mediales Selbstverständnis eingebettet ist, wird oft übersehen oder sehr selten wahrgenommen, denn auch dazu stehen uns zu sehr die Utopien des zwanzigsten Jahrhunderts - noch - im Wege, wo die Scheinwelten als absoluten Ersatz propagiert werden, und übersehen wird, inwieweit mit jeder Mediennutzung hybride Realitätsstrukturen kreiert werden, welche in ihrer Erscheinung keine staublose Atmosphäre hinterlassen. 13 Picture shot from album: Marienhof(red sofa) Doch wie sieht generell ein Leben in diesem suburbanen Mikrokosmos aus? Viele werden sich den von mir geäußerten Gedankenkonstruktionen kaum finden, was mir auch verständlich ist, denn sie entsprechen den Gedanken, welche den Untersuchungen, Recherchierungen zu einem musealen Konstrukt dienten und nicht zum Konstrukt eines wirklichen Hauses, wo ich selbst drinleben soll. Denn auch ich, so muss ich gestehen, liebe hohe Decken eines Hauses aus der Gründerzeit und fühle mich absolut unwohl in modernistischen kleinen Wohnungen, so wie Mies van der Rohe, der selbst überhaupt nicht in seinen eigenen Häusern wohnen konnte. 14 Postman (me) / Marienhof(red sofa) Und trotzdem, wie sieht denn dieses suburbane Leben aus? Wieviel wird im sozialen Kontext danach gestrebt, eine in sich abgeschlossene heimische Ganzheit zu konstruieren mit sämtlichen Versatzstücken? Wieviel wird gerade die mediale Wirklichkeit zur Lebenswelt und umgekehrt? 15 Postman (me) / Marienhof(red sofa) /Fragebogen Die Fragebogen, die in verschiedenen Siedlungen Europas und Amerikas verteilt wurden, stießen auf unterschiedlichste Reaktionen. Wohlwissend, dass es nicht so sehr um die Antworten ging, als vielmehr um das Erleben des Verteilens, der Kontaktaufnahme, der örtlichen Rekogniszierung und des direkten Entdeckens kleiner Differenzierungen in einem Bereich, der generell als Normal angenommen wird. Es ging nicht um diffamierende Sensationen, nicht um Missstände, oder um das Entdecken absolut perfekter Welten. Es ging um das Auffinden des gerade normal intakt funktionierenden Lebens, um den möglicherweise zu initiierenden Prozess des Austausches, um die verschiedenen Meinungen und Eindrücke zu den Medien und um das als kleines trautes Glück vorgestellte Gehäuse. 16 pict from album:Raymond Darin wurde die Frage nach dem heute möglichen Authentischen zum wichtigsten Punkt, eine eigenständige Quintessenz zu schaffen, welches die mediale Präsenz miteinbezieht. Mit Videos und den entsprechenden Technologien sind Recherchen und Stimmungsbilder aufgenommen worden. Interviews werden gemacht, um die eigentlichen Verhältnisse, aus dem sozialen Lebenszusammenhang heraus zu beschreiben und damit die eigentliche Installation zu bespielen, also das eigentliche Leben, das mitgebrachte aus den Recherchen so wiederzugeben. (Die Interviews entsprechen einer Befragung über ein persönliches Erlebnis jüngster Vergangenheit, welches durch die Aufnahme mit der eigenen Vergangenheit korrespondiert. Dazu wird gemeinsam eine Episode einer daily-Soap freie Wahl angeschaut) 17 mov Raymond abspielen 18 SE website Die Soap Opera, eine kulturelle Erfindung aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Geschichtlicher Abriss: Ein Waschmittelkonzern Procter&Gamble hatte die geniale Idee, ihr Produkt anstatt mit einer bloßen Anzeige, einem Plakat oder einer Sendung anzubieten, mit einer kleinen fortlaufenden Geschichte aus dem wirklichen Leben zu versehen. In Amerika haben sich dank günstiger Einschaltquoten die Leute sofort daraufgestürzt, und damit wurde ein gesellschaftliches Bedürfnis kreiert, welches zur ersten im Fernsehen übertragenden Serie führte: Guiding Lights, und sie läuft in Amerika immer noch. Weitere Entwicklungen und Erfolgsereignisse ergab es in den fünfzigern in Deutschland, und zwar damals in beiden Teilen, in Lateinamerika, wo sie eine eindeutige Projektions- und Ersatzfunktion haben, bis heute zu den rund um die Uhr ausgestrahlten Serien. 19 Fotos Actors shots Sie vermitteln kaum Sensationen, sondern geben fortlaufend Einblick in persönliche Lebenswelten, welche haarscharf an der Grenze der wirklichen Umstände konzipiert werden. Sie richten sich wesentlich nach gesellschaftlichen Tendenzen des Zusammenlebens, der Konflikte, ja manchmal der politischen Prioritäten. Sie geben einen Spiegel wieder, versuchen Spiegel zu sein, Sie entsprechen keinem theatralischen filmischen Ereignis, mit Anfang und Ende, sondern werden fortlaufend geschrieben, so wie das Leben, manchmal mit etwas mehr Einschaltquoten manchmal mit etwas weniger. Den Zuschauern zu Hause wird die Möglichkeit gegeben, nebst ihrem eigenen sozialen Umfeld in eine mediale Familie hineinzuschauen, deren Erlebnisse zu teilen und mitzuleiden oder sich mitzufreuen, zu heulen oder zu fluchen. 20 Website of GH and GZSZ Von gewissen therapeutischen Wirkungen zu sprechen wird abgeraten, jedoch die Aktualität dieser medialen Kreation betont, die in weiteren aktuellen Sendungen sich fortsetzt wie den Richtersendungen, Sitcoms, usw... Sie haben einen wesentlichen sozialen Einfluss, und dies wahrscheinlich, ob man sie nun anschaut oder nicht, ob man darüber bescheid weiß oder nicht, wahrscheinlich mehr als irgendein theoretischer Text zu den sozialen Verhältnissen, irgendwo in einem Feuilleton veröffentlicht. Auch die gesellschaftliche Bedeutung von Ideologie oder Nicht-Ideologie macht sich darin breit. Zitat:"Seit ich Marienhof sehe, lebe ich mein Leben viel intensiver. Ich weiß jetzt, wie kurz das Leben ist". 21 real Testate site and sitcom site overlaying temp. Installation SE In SUBURBAN ENTITY steht die ausgeklügelte Produktionsmaschinerie der Soap und Sitcoms der anderen ausgeklügelten Maschinerie der Eigenheimproduktion gegenüber, den unerfahrenen Schauspieler gleichwohl einbauend, lässt mehr Nähe entstehen zu dem, was auf dem Bildschirm passiert. Kreiert Atmosphäre. In diesem Sinn benutze ich eine bereits vorhandene Dramaturgie, eine sozial- gesellschaftliche Abstraktion, zur Schaffung des Innenraums. 22 pict of Album: Westwing Uns Betrachtern, die in die Innenräume starren, bleibt die Frage unbeantwortet: Erzählt diese Person tatsächlich aus ihrem eigenen Leben, oder spielt sie? Dadurch werden wir mit unserer eigenen medialen Erfahrung konfrontiert, auf die permanente Frage nach Authentizität, welche eher darüber geklärt werden kann, wieviel wir zu unserem eigen Wohl glauben wollen und in Unwahrheit lassen können, und wieviel wir tatsächlich wissen müssen, um aus Projektion und Substanz Realität zu verstehen. 23 mov: Inst Kreuzlingen Vor diesen Hintergründen werden die Bauten von SUBURBAN ENTITY als minimalisierte Höhlen zur dreidimensionalen Projektionswand, welche nur dank dem medialen Einschalten zum atmosphärischen Erlebnis werden. Innerhalb heutiger Ausstellungstechnik also versucht die mediale Atmosphären -beschwörung zwei Sachen zu bewirken: Einerseits die entsprechende Versatzarchitektur des Siedlungsbaus auf die pure Scheinwelt einer nomadischen Modellwelt zu reduzieren , und andererseits die uns betreffenden realen Situationen "als Geisterwelt" ins Museum hineinzuholen". Die innere Welt wir jeweils mit einer Auswahl vorhandener Videobeiträge bestückt. Dies ändert sich je nach Ausstellungsort. 24 Game (?) (In Zukunft sind Internetzugänge aufgebaut, welche aus den Siedlungsgebieten heraus ins Museum projizieren. Die sich in ihrer Privatheit ausbreitende normale Welt beschaut und bespielt sich innerhalb der von ihr geschaffenen Kunsträumen selbst. Andererseits rettet ihre direkte Teilnahme die heute allen zur Verfügung stehende Bilderwelt! Denn ihr persönliches Interesse daran liegt durch ihre eigene Bespielung auf der Hand. In diesem Sinn wird SUBURBAN ENTITY eine aus vorhandenen Zusammenhängen konstruierte Utopie des universalen globalen Dorfplatzes verstanden werden.