http://www.hannesbrunner.com/mach/
Mach 1: Tschutschu Reise nach Jerusalem - Navigation durch die Zeit
Das in der Zeit Navigieren entspricht einer Annäherung an Unvorstellbares, so wie der Gott der Zeit, Chronos, als Figur eine Abstraktion bleibt. Die Vorstellung, durch verschiedene Zeiten zu navigieren, impliziert das Hüpfen auf Glas. Für Zeitreisen darf die örtliche Verschiebung nicht erkennbar sein – wie bei H.G. Wells’ Zeitmaschine, die immer am gleichen Ort bleibt.
Mach 2: Zeitlupen in der Laube - Geschwindigkeitsunschärfe
Dinge, die sich in unterschiedlichem Verhältnis von Raum zu Zeit verhalten, verschwinden in unscharfen Schleiern. Technisch sind wir es gewohnt, diese über Zeitlupen heranzuholen, was nichts anderem entspricht, als ob man sich in einer Gartenlaube ausruhen würde, um für Momente aus dem uns umgebenden Zeitfluss auszusteigen.
Mach 3: sametimesameplace - Gleichzeitigkeiten
Objekte sind räumlich und zeitlich ausgedehnt, analog zu dem, was in einem Türrahmen stehen könnte: Es ist gleichzeitig im einen wie im anderen Bereich. Offensichtlich nehmen wir nur Ereignisse wahr, die im gleichen Moment zusammen-treffen. Daher ergibt sich die Wahrnehmung des ausgedehnten Moments aus einer Fülle von Verzweigun-gen innerhalb des gleichen Durchgangs: «Ein Teil der Zeit war und ist nicht, während der andere sein wird und noch nicht ist.» (Aristoteles)
Mach 4: Digidimcor - Vernachlässigung der körperlichen Dimension
Örtliche Dimensionen, an denen wir uns orientieren, wechseln in der Digitali-sierung von Räumen. In unserer Wahrnehmung lösen sie sich von ihrer Zeitgebundenheit mittels Vorspul- und Rückspul-mechanismen. Körper schrumpfen. Sie dehnen und drehen sich. Die Identifikation mit Avataren ermöglicht die ersehnte Sprungtechnik, womit die Sicht auf selbst definierte Zeit- und Raumverhältnisse eingestellt werden kann. Somit ist eine Passage entworfen, die beim Durchschreiten zu einer anderen Zeit die vertikale Achse als gedreht anzeigen würde.
Mach 5: Phönix die Sprechblase - Geschwindigkeit des Erzählens
Unsere Erinnerung nimmt einen eigenen Zeitfluss an und kann den Raum definieren. Das aus der Erinnerung Erzählte dehnt undüberlappt sich und löst sich von jeglicher Messbar- oder Vergleichbarkeit. Es kombiniert Reales mit Gespiegeltem. Die Passage ist verspiegelt und von der einen Seite zum Aufstieg einladend. Von der anderen Seite zeigt sie sich als Marktstand.
|