LoBe Berlin

Vicky Wright and Hannes Brunner at LoBe, London Berlin Art Kunst

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Hannes Brunner’s and Vicky Wright’s common interest is the question of the unknown and the known, which they examine differently in their works. Inspired by Aristotle, “all men by nature desire to know” they explore this idea together in a new way. There are known unknowns. That is to say, there are things that we know we don’t know, there are also unknown unknowns. But there is a another category – a very dangerous one: the unknown knowns. Things of which we don’t know that we know them. In other words subconsciousness, the “knowledge, which doesn’t know anything of itself“ as Jacques Lacan used to say, the core of which is fantasy.

This residency has produced a truly collaborative working dialogue and a subsequently absorbing final show. Experiential physical manifestations of ideas flowed freely between the two artists and responded well to the gallery space. Brunner casually places veneering, styrofoam and cardboard cut outs into the gallery which echo objects, like back walls of closets, frames of chimney board, folding tables, or rips of corner bench. They seem like invitations for the next process of inquiry, where it occurs to Wright to create a painterly response to the forms that she imagines hidden (behind the work) in the floor and in the walls, a sort of shadow play evolves which opens a dialogic loop between the two artist’s activities as they respond to each new stage as the works unfolds into a formation in this temporal space. Flattened forms by Hannes Brunner seem to be structures of modernism on the verge of collapse; they imply physical body which they aren’t. That is where the painting of Vicky Wright, like a skin or a film, offers a correspondence to extend the reality beyond a phantasmic fiction. Things turn upside down: suddenly the furnishing is not simply the base for the imaginative painting but rather the shield or the mask to hide it, unfolding into a moment of uncanny distortion.

09. März – 26. März 2014, LoBe, www.lo-be.net

Hannes Brunners und Vicky Wrights gemeinsames Interesse ist die Frage nach dem Unbekannten und Bekannten. Von Aristoteles beeinflusst, „von Natur aus sucht der Mensch das Wissen”, prüfen sie diese Idee auf neuen Wegen. Es gibt bekanntes Unbekanntes. Das sind Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie nicht wissen. Es gibt aber auch unbekanntes Unbekanntes. Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen. Und es gibt eine weitere Kategorie, eine gefährliche: das unbekannte Bekannte, Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie wissen. Mit anderen Worten: ein Unterbewusstsein, “das Wissen, das nichts von sich weiss”, wie Jacques Lacan zu sagen pflegte, dessen Kern die Phantasie ist.

Mit der abschliessenden Ausstellung endet ein spannender Prozess während des Studienaufenthalts im LoBe. Die beiden Künstler tauschten sich über Erfahrungen zu Ideen und Formen aus, und sie antworteten entsprechend auf die Räume: Anscheinend beiläufig platziert Brunner Furnierplatten, Karton und Styropor in der Galerie, womit Objekte wie z.B. Schrankrückwände, Silhouetten eines Klapptisches, eines Kaminsimses oder Verstrebungen einer Eckbank angedeutet werden. Sie scheinen die Einladung für nächste Nachforschungen zu sein, denen Wright malerisch nachgeht und sie im Boden und in den Wänden als versteckte Antwort nachempfindet. Es entwickelt sich eine Art Schattenspiel. Mäandernd stehen die beiden Künstler im Dialog, mit dem sie auf jede neue Phase reagieren, die sich in diesem zeitlichen Rahmen entfaltet. Abgeflachte Formen von Hannes Brunner geben Strukturen der Moderne vor, beinahe kollabierend. Sie versprechen etwas, was sie nicht halten. Hier bietet Vicky Wrights Malerei, aufgetragen wie ein dünner Film, den Beitrag die Realität zu erweitern: Dinge werden auf den Kopf gestellt. Plötzlich ist die Möblierung in den Räumen nicht nur die Grundlage zu einer phantastischen Malerei, sondern Schutzschild oder Maske, hinter der sie sich verbirgt. In der Wirklichkeit und der Fantasie der Installation entfalten sich Momente der geheimnisvollen Verzerrung.