Die Arbeit macht ein anderer

Anlässlich der Tagung an der Universität Paderborn, 20.-22-April 2016, SKULPTUR LEHREN

Das Abfragen von Daten prägt unser Dasein. Der Wunsch, die Entscheidung andern zu überlassen, ebenfalls. (Videoaufnahme des Vortrages)
Zur Zeit verändern sich die seit Längerem als konstant angenommenen Beziehungen zwischen „Raum in echt“ und dem, wie wir auf ihn als Mischung von „echt und vorgestellt“ reagieren. Die Wahrnehmung und Wissenssteigerung durch algorithmische Aufzeichnung ist immens, deren Einfluss im Zusammenhang unserer eigenen „Sense Data“ ungewiss. Die Folge ist oft: Was können wir planen? – Wie lassen sich unsere inhaltlichen Lebensbereiche aus einer medialisierten Fläche in einen so genannten physischen Raum hineinbauen? Bedeutet das: Ist es mit dem reinen Modelling getan, oder sollen wir uns vorher schon einmal an anderem orientieren? Ein kniffliger Prozess. Sich einfach vom Implementieren der heutigen Medien fernzuhalten ist keine Lösung mehr. Sich ganz in die Entmaterialisierung und Körperlosigkeit hineinzugeben, auch nicht. Das Bewusstsein über die fast unendlichen Optionen verlagert unsere Motivation, sich für das eine oder andre entscheiden zu können. Durch Beschleunigungen auf der einen Seite entstehen gleichzeitig auch unübersichtliche Verzögerungen.

Ich möchte mit dem Begriff „Skulpturales Handeln“ umgehen. Auch wenn er Verwirrung stiftet, gibt er mir die Gelegenheit, Dimensionen der künstlerischen Arbeit über das zwei-, drei- und mehrdimensionale Denken hinaus neu zu denken und zu besprechen. Darin wird das Handeln mittels bildhauerischer Techniken, das Handeln in verschiedensten Umgebungen – auch den digitalen! – und das Handeln der Skulptur selbst einbezogen. Die geschicklichkeitsorientierte Fähigkeit spielt eine Rolle, mit verschiedenen Techniken bildend umzugehen, wie auch die persönliche Absicht, basierend auf unterschiedlichsten Voraussetzungen und Vorstellungen.