Suburban Entity: Interview

Suburban Entity: Interview

Interview with a member of the community board at a Hamlet on Long Island

Hi, I thank you for meeting me here in the entrance hall of the community center. I am curious to get some more information about the housing project.
What is the specifics of the people living here rightnow?
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Realitäten modellieren

Realitäten modellieren

New York, 2001
(Aus dem Englischen)

Folgendes Referat wurde zuerst in Englisch gehalten und jetzt hier ins Deutsche “zurückübersetzt.
(Normalerweise, wenn ich Vorträge in Deutsch halte, versuche ich mit vielen Worten über ein Nichts zu sprechen (ironisch gemeint). Den gleichen Vorgang in einer anderen Sprache zu machen, in Englisch, ist schwierig, denn es ist kaum möglich zu übersetzen. Einige Zeit in New York gelebt zu haben, habe ich erfahren müssen, dass ich nicht wirklich fähig bin, die Bedeutung des Nichts in den angelsächsischen Kulturbereich zu übersetzen, geschweige denn denselben in einer vernünftigen Art vorzutragen. Da besteht eine kulturelle Differenz, die immer an die Oberfläche kommt, wenn man versucht, einen Witz zu übersetzen. Und Witze sind nun mal der Fundus jeglichen Sprachgebrauchs. … Das Verstehen eines Witzes liegt nicht in den Worten, sondern zwischen ihnen. Die Charakteristik einer Übersetzung ist, dass es keinen Raum zwischen den Zeilen gibt. Der eigentliche Reichtum einer Übersetzung liegt im Missverständnis, so könnte ich behaupten.)
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What’s about ontology of plastics?

Kiel,1996
English

On creating space, taking a place

It all depends on our interpretation! What are we going to pass by, and where are we going to sit? In principle, our social structures force nothing upon us, yet, to put it another way, they force everything upon us! Much of what is tossed in front of our eyes could safely be ignored. We don’t have to look at all the advertisments around the city; we need not let ourselves be persuaded to make a purchase. However, it is possible that we occasionally become irritated by their sheer abundance, as by an all too colourful and over-laden wallpaper pattern. Today, that oppressive feeling produced by the huge surge of visual ‚bait’ aimed in our direction is accepted as a fact. We speak of the facts that surround us, and there are lots of them – technical things, stone things, natural things, etc. How we judge them is our own personal affair. Judging these impressions is also what we are concerned with here, and it is from this that sculptural activity finally emerges as a socio-cultural interpretation.
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PLASTISCHE ONTOLOGIE*

1996

Untersuchungen über Platz schaffen/Platz nehmen

Alles hängt immer von unserer Interpretation ab!

Woran gehen wir vorbei und wo setzen wir uns hin? – Unsere Gesellschaftsstrukturen zwingen uns prinzipiell nichts auf, oder andersrum gesagt: sie zwingen uns alles auf! Vieles, was uns vor die Augen geworfen wird, können wir mit Genugtuung links liegen lassen. Wir brauchen nicht alle Reklamen in der Stadt anzuschauen; wir müssen uns zu keinem Kauf beeinflussen lassen. Aber es kann sein, dass wir uns gelegentich über die Fülle aufregen wie über ein allzu buntes und formenreiches Tapetenmuster. Das erdrückende Gefühl infolge der Fülle visueller ‘Fangmittel’, die auf uns zudonnern, akzeptieren wir heute als Tatsachen. Wir sprechen von den Tatsachen, die uns umgeben, und das ist viel Zeug. Technisches Zeug, Steinzeug, Naturzeug und so weiter. Die Beurteilung ist unsere Sache, unsere persönliche. Die Beurteilung der Eindrücke ist auch die Sache, womit wir uns beschäftigen, woraus schliesslich die skulpturale Tätigkeit als kulturgesellschaftliche Interpretation entsteht.

Ich möchte versuchen, ein paar Gedanken zu konstruieren:

Jeder von uns arbeitet aus dem inneren Bedürfnis heraus, eine Ausdrücksweise zu finden, einen Platz für seine Machenschaften ‘freizuschaufeln’, welche sich mit dem Gefühl verbinden lassen, eine Art Seinsbestätigung gefunden zu haben. Es gibt sicherlich nichts Wunderbareres als sagen zu können: das hab ich selbst gemacht! Der Nutzen dessen ist erstmal unwichtig. Der Nutzen scheint überhaupt ein Problem eines anderen Planeten zu sein! Aber die Seinsfrage, die Frage der eigenen persönlichen Existenz, die soll damit einen Stempel der Berechtigung, der Seinsberechtigung erhalten!

Ich habe einen Titel gewählt zu meinen Veranstaltungen: ‚Plastische Ontologie’ . Onotologie* ist ein Begriff aus dem 17. Jahrhundert, der diese Fragen nach dem Wesen des Sein zu erörten versuchte. Ich habe dann noch das Wort der Plastik vorausgeschickt, und damit will ich betonen, inwiefern die Fragen nach dem Sein – heute – nicht mehr nur durch einen Naturbegriff bestimmt sind, sondern durch Konstruktionen, die mit unserer Interpretation zusammenhängen. Ich möchte auf diesem Gebiet die Verbindung zum Schaffen ziehen und die Form der skulpturalen Tätigkeit ähnlich hinterfragen wie die Seinsberechtigung, die als gesellschaftliche Positionierung eine Veränderung erfährt und uns neue Möglichkeiten der Interpration nicht nur offen lässt, sondern auch neue Spielmöglichkeiten gibt, neue Plätze schafft, und damit neue Versionen des Seins präsentiert.

Wir suchen Orte, und wir entdecken – im Laufe der Zeit – vielleicht Zwischenräume. Vielleicht wird es uns auch mˆglich sein, neue Räume zu entdecken, die es noch nicht gibt. Virtuelle Räume, Interstizien, Phänomene unserer nicht mehr linear interpretierbaren Wirklichkeiten. Wir überlegen uns, wie wir darin ‘Platz nehmen’ könnten. Eigentlich ein Eroberungakt! Wir setzen uns irgendwo hin, wir nehmen Besitz davon, nach unseren eigenen Vorstellungen, haben Anspruch darauf. Aber darauf möchte ich nur am Rande zu sprechen kommen. Denn ich möchte mich hier von einem rein geografischen Platznehmen entfernen. Eher soll es um eine Fundstelle verschiedener Plätze gehen. Und darin auch um die Akzeptanz eines virtuellen Denkens. ‘In Virtu’ – sozusagen. Das heisst eben: die Frage nach dem Wesen und seinem Platz für sich in Anspruch nehmen und neu definieren. Es ist wichtig, seine ‘Spielwiesen’ zu entdecken, wo wir selbst neue Forschungen über die Wirklichkeit der Räume, über die Zeit und über die selbst verfassten Interpretationen betreiben können.

Es soll in unserer Klasse darum gehen, die Absichten erstmal als rein persönliche Bestätigung zu artikulieren. Wir wollen sie stärken, daraus eine hypothetische Behauptung wagen und ihre Erscheinungsform der Öffentlichkeit zur Diskussion vorlegen.

Bis jetzt habe ich noch kein Wort über die Kunst verloren, …absichtlich. Ich denke, wir sollten uns erst frei machen vom Gedanken, Kunst zu produzieren. Wir müssen ja erstmal dreidimensional arbeiten lernen. Wir müssen uns erstmal an die mit neuen, räumlichen Wirklichkeiten verbundene Änderung des dreidimensionalen Wahrnehmens gewöhnen. Ich möchte diesen Begriff ‘Kunst’ noch etwas weiter ausklammern, weil wir vermeiden wollen, in die ‘Waschküche’ der sich repetierenden Rechtfertigungsversuche von Kunst zu gelangen, die uns nur aus einer Abseitsposition operieren lassen. Wir haben die Chance des Kuckens, des Urteilens und des Machens. Wir haben die Chance, unser Denken selbst zu betrachten und als Metapher neu zu erfinden, zu formulieren. Ob wir nun viele gescheite Bücher gelesen haben oder hauptsächlich B-Movies und Videoclips anschauen, oder ob wir uns mit dem Ausbau von Oeko-, New Age- oder Tecno-Kulturen beschäftigen, spielt dabei kaum eine Rolle.

Was versuche ich eigentlich zu erzählen? Verschiebe ich Probleme nur auf andere Ebenen? – Vielleicht. Oder kann ich bewirken, dass gewisse festgefahrenen Gedankenstrukturen damit aufgekratzt werden? Ich weiss es nicht. Wir können die verschiedensten Vorstellungen bei unseren Nachforschungen nach dem ‘Wesen’ entwickeln, unserem Wesen und jenem unserer Konstrukte. Ich will es so formulieren: Es geht um die Vorstellung von konstruierten Interpretationen. Diese Konstrukte könnten durchaus einmal Kunstobjekte sein. Sie können aber auch als Zeit -abhängige Aktion verstanden werden. Sie könnten auch Roboter heissen. Die Frage nach der Seinsberechtigung, im moralischen Sinn, stellt sich nicht nur uns, den Machern. Selbst an das kreierte Ding muss diese Frage gestellt werden. Vielleicht kann dadurch ein neuer Dialog beginnen, frei von bekannten Kategorien.
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Operative Kunstintervention als Resozialisierung

Zürich/New York 2001

Über die sozio-kulturelle Intervention als Form der Kunstpräsentation im öffentlichen Raum

Die Präsentation – sowohl literarischer Texte als auch – visueller Kunstwerke als operative, künstlerische Intervention – von allgemeinen Investitionsprozessen zwecks Resozialisierung – bietet die beste Möglichkeit, eine Wahrheit des Medialen zu offenbaren. Indem der Künstler z.B. einen aktuellen, globalen Investitionsprozess simuliert und in den Kunstraum transportiert – wie es Duchamps seinerzeit mit der Einführung des Readymades getan hat -, ohne den eigentlichen Vorgang der Spekulation zu verändern, demonstriert er, wie mediale Vorgänge, also Verschiebungen und Übertragungen der Zeichen über die Grenzen hinweg, die die Topographie der medialen Oberfläche ausmachen, Verwirrungen auf der Ebene der Signifikanten und der kategorialen Zuschreibungen stiften.
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Operative Art Interventions as Resocialization

Zürich / New York 2001

About the social-cultural intervention as form of art presentation in public spaces

The presentation of visual art works as operative artistic interventions of general processes of investments because of resocialization shows the best possibility to present a truth of the media itself. By simulating an actual, global investment process and transporting it into art spaces – as Duchamps introduced the readymade to the audiance during his time -, without changing the official process of the speculation the artist is demonstarting, how media processes, transactions and transports of signs over boarders which signify the topography of the media surface, initiate confusions on the level of significants and categorical definitions.
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Modelling the Reality

I basically try to talk about nothing with a lot of words. Now to do this same process in a translation, so to speak from German into English is a twist. However living for quite a time in New York, I wasn’t really able to figure out the meaning of the ‚nothing’ in the anglosaxon world, not even to translate my version in a decent way. There is a cultural difference, which always comes to the surface, if one tries to translate a joke. That never works, or most of the time not. …Because it’s quintessence lies between the lines. And the characteristics of translation is, that there is no such space as between the lines. The richness of translation remains the misunderstanding.
For that now, because of this translation problems, which represents itself as a beautiful subject for all kinds of art works the following words are not so much the path of introducing the german ‚nothing’, or talking about the anxiety of the ‚boaring’. but rather to follow an identification of a way how me as a German speaking person thinks in English, and this will be also my selfentertaining part, because talking in another language about my work, the work itself changes.
So far as a small introduction which will introduce the English thoughts I would like to present now, but out of a European perspective.
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Die Las Vegas_Formel

Prof. Hannes Brunner (1996-2003 Muthesius-Hochschule für Kunst und Gestaltung, Kiel)
Prof.Dr.Albrecht Irle, (Mathematisches Seminar , Christian Albrechts-Universität, Kiel)

view (ca. 01:13:41 h:m:s)

Das Forschungsprojekt beabsichtigt, Verbindungen zwischen der Mathematik des Glückspiels und der Geometrie der Lichtprojektion zu erkunden.
Was sich (in Las Vegas) als eine unternehmerische Welt der Spiel-Ökonomie mit Chancen (sorgfältig kontrolliert durch Marktstrategien) präsentiert, ist gleichzeitig abhängig von “Zutaten”, die es einmal zu gestalten, zu kreieren und zu entwerfen galt. Das Forschungsprojekt beabsichtigt, dies in und aus der Strategie und der Berechnungsmöglichkeit des Glückspiel zu entwickeln, welches durch Formeln verabreicht wird. Abwägig ist diese Herangehensweise nicht, wenn man bedenkt, wie sich die Moderne aus dem Vokabular einer industriellen Produktion bediente. Warum sich also nicht aus der ökonomischen Wirklichkeit einer spekulativen Spielwelt bedienen? Und wieviel mehr hat sie nicht mit den Tatsachen einer völlig abstrahierten, jedoch uns allen verständlichen Raumvorstellung zu tun?
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Inhalt im Display

Von der Lüge des Bildes zum Wunsch des interaktiven Kunstprojektes

Auf die Frage hin, wie der Titel meiner Vorlesung lauten würde habe ich Ihnen „Inhalt im Display“ genannt. Dieser Titel schien mir angebracht, weil ich damit zwei Fliegen auf einmal schlagen kann. Einmal kann ich einige Gedanken zu der mir auffallenden Problematik – aber auch spannenden Auseinandersetzung – der Raumgestaltung generell und im speziellen der künstlerlischen hinweisen und andererseits kann ich dies anhand einiger Projekte tun, die ich innerhalb der letzten Jahre realisierte.
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